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Einkaufen in der Moderne. Die Architektur tschechischer Kaufhäuser 1965–1975

Ausstellung in der Galerie des Tschechischen Zentrums Berlin, Vernissage am Donnerstag, 21.04.2016, 19 Uhr

In den architektonisch außerordentlich wertvollen Räumen des tschechischen Botschaftsgebäudes, in dem auch das Tschechische Zentrum seinen Sitz hat, ist in deutscher Premiere eine Ausstellung über die bedeutendsten tschechischen Kaufhäuser zu sehen. Die Entwürfe und Realisierungen dieser Bauten sind für die tschechische Architektur der 1960er und 1970er Jahre von unersetzlicher Bedeutung. Vorgestellt werden nicht nur die bekanntesten Objekte wie die Kaufhäuser Kotva und Máj in Prag, sondern auch regionale Warenhäuser in Pardubice, Olomouc, Ústí nad Labem oder Plzeň, spezialisierte Kaufhäuser und solche von Produktions- oder Konsumgenossenschaften. Auch das Einkaufszentrum Ještěd in Liberec, das 2009 abgerissen wurde, findet hier Erwähnung. Neben realisierten Bauten zeigt die Ausstellung auch nicht verwirklichte Entwürfe, die der breiteren Öffentlichkeit bis vor Kurzem unbekannt waren – seien es Studien der Architektin  Alena Šrámková oder Růžena Žertovás herausragenden Entwurf für das Kaufhaus Prior in Jihlava. In einem kurzen Überblick werden auch slowakische Kaufhäuser der gleichen Zeit vorgestellt.

Neben der funktionellen und geographischen Bandbreite vermitteln die ausgewählten Häuser eine Vorstellung von vielen Problemen und Themen sowohl in der Architektur der Bauten selbst als auch in ihrem städtebaulichen Kontext. Ein Anliegen der Ausstellung ist es, eine ganze Palette von Lösungsansätzen für die typologische Aufgabe der Kaufhäuser in der damaligen Tschechoslowakei zu zeigen, seien es Wünsche der Investoren, Strategien und Positionen der Architekten, Umstände bei der Projektentstehung oder auch die Realisierung bzw. Konzeption und Konstruktion der Bauten selbst.  Am Beispiel der ausgewählten Objekte lassen sich Tendenzen der Architektur jener Zeit und ihre Reflexion und Weiterentwicklung unter den damaligen Gegebenheiten beschreiben. Die ursprünglichen architektonischen Wertvorstellungen werden gleichzeitig in Bezug gesetzt zu aktuellen Ansätzen. Ein weiteres Ziel der Ausstellung ist in diesem Zusammenhang die Fortführung des noch immer aktuellen gesellschaftlichen Diskurses sowohl über den Sinn von Erhalt und Schutz  der ursprünglichen Bauten als auch über die Bedeutung und Möglichkeiten ihrer Veränderungen.   

Für das Tschechische Zentrum Berlin wurde die Ausstellung gegenüber der tschechischen und polnischen Fassung, die in Prag, Brno, Olomouc, Liberec, Ústí nad Labem, Bratislava bzw. Szczecin zu sehen war, um mehrere künstlerische Interventionen erweitert.  Während Dana Bartoníčková in ihrer Installation den Kaufhausbesuch als sinnliche Erfahrung thematisiert, hält Barbora Šimonová zwei bedeutende Kaufhausbauten von Růžena Žertová sowie die Architektin selbst in bewegten Bildern fest. Im Grenzbereich zwischen freier Kunst und Grafikdesign bewegen sich die Collagen von Martin Czeller, die sich mit visuellem Smog in den Exterieurs der untersuchten Bauten beschäftigen. Ebenfalls zur Ausstellung gehören eine Lichtinstallation der erhaltenen Leuchtschrift PRIOR und eine Projektion von Fotografien aus der damaligen Zeit sowie von Zitaten der Architekten. Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören mehrere Veranstaltungen, u. a. eine Soundperformance des Architekten und Audio-Performers Ivan Palacký.

„Einkaufen in der Moderne“ ist eine erweiterte Fassung der tschechischen Ausstellung „Kotvy Máje / České obchodní domy 1965–1975“, deren Titel mit den Namen zweier bekannter Prager Kaufhäuser spielt. Autor der Ausstellung ist der Architekt und Architekturhistoriker Petr Klíma von der Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag, der auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins Pěstuj prostor in Plzeň ist. 

Autor der Ausstellung: Petr Klíma
Grafikdesign: Ondřej Brom / Michal Sloboda
Texte: Helena Doudová / Petra Gajdová / Miroslav Chytil / Michaela Janečková / Petr Klíma / Klára Mergerová / Darina Zavadilová / Barbora Zavadská
Fotografien des aktuellen Zustands: Lukáš Beran / Petra Gajdová / Petr Jehlík / Petr Klíma
Übersetzung: Florian Tilzer

Vernissage: Donnerstag, 21.04.2016, 19:00 Uhr,
19:30 Uhr: Ausstellungsführung mit Kurator Petr Klíma (in englischer Sprache)

Öffnungszeiten: Freitag, 22.04.2016 – Freitag, 03.06.2016, Di – Sa 14 – 18 Uhr
Tschechisches Zentrum Berlin, Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin
Eintritt frei

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Pressemitteilung:

Einladung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildergalerie:

 Kaufhaus Kotva © Petr Jehlík Kaufhaus Kotva © Petr Jehlík
Kaufhaus Máj © Petr Jehlík Kaufhaus Máj © Petr Jehlík
 Kaufhaus Prior Pardubice © Petr Jehlík Kaufhaus Prior Pardubice © Petr Jehlík
 Kaufhaus Labe (Elbe) © Petr Jehlík Kaufhaus Labe (Elbe) © Petr Jehlík

Anfragen richten Sie bitte an:
Katharina Meyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
meyer@berlin.czech.cz

T: 030-206 09 89 11