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FILM_MONTAG: Kočár do Vídně / Carriage to Vienna

In vielen Ländern Europas erinnern wir uns in diesen Tagen an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Faschismus vor fünfundsiebzig Jahren. Wegen des allgegenwärtigen Corona-Virus finden diese Erinnerungen häufig im virtuellen Raum statt – auch wir können Sie nicht persönlich ins Tschechische Zentrum einladen, um gemeinsam einen Film zu schauen, sondern haben eine Online-Empfehlung für Sie: einen Filmklassiker von 1966 aus dem YouTube-Kanal Česká filmová klasika des Nationalen Filmarchivs Prag. In Kočár do Vídně / Carriage to Vienna erzählen Drehbuchautor Jan Procházka und Regisseur Karel Kachyňa eine eindringliche, sehr persönliche Geschichte aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Wie schon in Ať žije republika / Long Live the Republic! von 1965 und später in Noc nevěsty / The Nun´s Night (1967) wandten sich die Autoren ganz im Geiste des Skeptizismus der neuen tschechoslowakischen Welle von der bis dahin vorherrschenden stereotypen Sichtweise auf „die Guten“ und „die Bösen“ ab und wählten eine neue Optik, indem sie sich auf Einzelschicksale und das individuelle Erleben der letzten Kriegstage konzentrierten. 

Im Mai 1945: die junge Krista ist gerade Witwe geworden – die Deutschen haben ihren Mann erhängt, weil der einige Säcke Zement gestohlen hatte. Kurz nachdem Krista ihren Mann begraben hat, überfallen zwei deutsch sprechende Soldaten sie in ihrem Haus und zwingen sie, den Wagen anzuspannen und sie fortzubringen. Einer der beiden liegt schwer verletzt im Wagen. Der andere, der blutjunge Hans, fordert Krista auf, sie über Znojmo ins nächste österreichische Dorf zu bringen. Sie sieht darin einen Wink des Schicksals und eine Möglichkeit, die Ermordung ihres Mannes zu rächen. Unterwegs aber kommt alles ganz anders...

Kočár do Vídně / Carriage to Vienna
ČSSR 1966, 85 Min., OmeU, Regie: Karel Kachyňa, Drehbuch: Jan Procházka, Karel Kachyňa
Darsteller: Iva Janžurová, Jaromír Hanzlík, Luděk Munzar u. a.