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Programm

24.06.2020 11:00

We are here for you. Discussion on 'The Heroes of Capitalist Labor'

Diskurs in tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln, ab 24.6. 11:00 online.
 Mit: Michal Hába, Kateřina Smejkalová und Saša Uhlová

Die renommierte tschechische Journalistin Saša Uhlová arbeitete unter einer angenommenen Identität als Angestellte, Teilzeitarbeiter*in oder Aushilfskraft in verschiedenen Jobs. Monatelang beobachtete sie, welche Löhne die Angestellten wirklich erhalten und ob die Arbeitsgesetze eingehalten werden. Sie erforschte die Gesamtsituation und die Lebensgeschichten von Menschen, die im Niedriglohnsektor der Tschechischen Republik arbeiten. Uhlová arbeitete in der Waschküche eines Krankenhauses, in einer Geflügelfabrik, als Kassiererin in einem Supermarkt, in einer Fabrik, die Rasiermesser produziert und in einer Abfallsortieranlage.

In seinem Stück The Heroes of Capitalist Labor, das auf Saša Uhlovás Serie investigativer Beiträge basiert, konzentrieren sich Michal Hába und sein künstlerisches Team auf die unsichtbaren Menschen und Jobs, die trotz ihrer enormen Bedeutung für das Funktionieren der Gesellschaft übersehen werden. Nach der Hälfte des Probenzeitraums führen Michal Hába, Saša Uhlová und die tschechische Politikwissenschaftlerin Katerina Smejkalová ein Gespräch über die Kernthesen in Saša Uhlovás Buch sowie über die Einhaltung der während der Corona-Krise an die Regierung übergebenen Forderungen namens „Keine Immunität ohne Solidarität“, deren Ko-Autorin Smejkalová ist.

Die Wirtschaft muss für die Menschen da sein, nicht die Menschen für die Wirtschaft. Ökologie ist das Fundament und nicht Luxus. Nicht jede technologische Entwicklung ist Fortschritt. „Gleiche“ Steuern verursachen Ungleichheit. Der Staat darf kein Gefängnis für Schuldner*innen sein. Statt um niedrige Sozialleistungen zu betteln, staatliche Unterstützung für alle. Gesundheitswesen, Bildung und Kultur sind das Rückgrat der Gesellschaft. Wohnen ist ein Recht. Rüstungsausgaben sind keine unantastbare Priorität. Macht korrumpiert, unkontrollierte Macht schränkt Freiheit ein. Europa muss zusammenhalten und solidarisch sein, ohne Zentren und Peripherien.

Credits
Video: Barbora Johansson
Umsetzung: Team des Komedie Theatre, Prague City Theatres

Koproduktion zwischen Prague City Theatres und Volksbühne Berlin

Gefördert von: Stadt Prag
Unterstützt von: Kulturministerium der Tschechischen Republik, Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds

Die Prague City Theatres zählen zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen der Stadt und blicken auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die bis in das Jahr 1950 zurückreicht. Seit 2018 haben die Prager Stadttheater eine neue Leitung, an deren Spitze Daniel Přibyl als Geschäftsführer und Michal Dočekal als künstlerischer Leiter stehen. Seitdem umfassen die Prager Stadttheater drei Haupthäuser: Das Rokoko, das ABC und das Komedie Theatre. Zusätzlich zu diesen Spielstätten sind Aktivitäten und Produktionen im Freien und in zahlreichen Nicht-Theatergebäuden geplant. Dabei ist das erklärte Ziel, die Prager Stadttheater in eine Theaterinstitution mit internationalen Verbindungen zu transformieren, die die drängenden Themen unserer Zeit aufgreift und eine aktive Rolle in der Entwicklung der tschechischen und europäischen Theaterszenen und Gesellschaften spielt.

Michal Hába ist ein tschechischer Theaterregisseur. Er arbeitet an unabhängigen und staatlichen Theatern, beschäftigt sich mit politischen Themen und nutzt Brecht’sche Prinzipien. Hába studierte Regie an der Academy of Performing Arts in Prag und ist künstlerischer Leiter des Kollektivs Lachende Bestien. Er inszenierte u.a. Sezuanbasierend auf Bertolt Brecht, Heiner Müllers Der Auftrag, Ein Volksfeind basierend auf Henrik Ibsen und Pornogeographie von Werner Schwab, wofür er 2016 den Josef Balvin Preis erhielt (Bestes deutschsprachiges Stück).

Saša Uhlová ist tschechische Journalistin. Sie absolvierte Romologie an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Nach ihrem Studium arbeitete sie als anthropologische Feldforscherin in sozial ausgegrenzten Gemeinden. Von 2009 bis 2016 war sie Redakteurin der Online-Monatszeitschrift Referendum. 2011 arbeitete sie für ROMEA als Herausgeberin des Monatsmagazins Romano Vodi. Sie erhielt eine Anerkennung im Rahmen des Journalist Award 2015. Seit 2017 ist sie als Redakteurin für das Online-Journal A2larm tätig. Im selben Jahr war sie jeweils einen Monat in einer Krankenhauswäscherei, einer Geflügelfabrik und an einer Supermarkt-Kasse tätig, sowie wochenweise am Fließband und in der Abfallentsorgung. Ihre Erfahrungen wurden in ihrem Essay „Helden der kapitalistischen Arbeit“ sowie in dem Dokumentarfilm „Grenzen der Arbeit“ festgehalten.

Kateřina Smejkalová (1986) studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Gemanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Prag, darüber hinaus auch publizistisch tätig. Sie beschäftigt sich dem Thema Arbeit, der gesellschaftlichen Dimension von Technologien und politischen Grundsatzfragen.

Eine Veranstaltung des transkulturellen Festivals POSTWEST

Das transkulturelle Theaterfestival POSTWEST wollte im Mai 2020 Künstler*innen aus zehn Ländern zusammenbringen, die eigens dafür zwölf neue Stücke entwickelt haben. Die Volksbühne, mit ihrer bewegten Geschichte zwischen Ost und West, verkörpert wie kein anderes Theater den geeigneten Ort für die Begegnung mit den eingeladenen osteuropäischen Theatermacher*innen. Nun finden sich alle Partnertheater in einer neuen Realität wieder. POSTWEST entwächst seinem ursprünglichen Festivalcharakter als Bühnengeschehen und reagiert mit der virtuellen Ausgabe des Festivals POSTWEST \\ guess where vom 24.-26. Juni auf diese neue Realität. An die Stelle der zwölf geplanten Inszenierungen treten nun digitale, die internationale Vernetzung reflektierende Beiträge, die an drei Tagen erstmalig einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht werden: Online-Live Performances, Videos on demand, Audiotracks und Diskussionen der Theatermacher*innen zu ihren Erfahrungen mit POSTWEST. Ergänzt durch weitere Formate im Rahmenprogramm, das bereits seit November 2019 einen thematischen Countdown zum Festival eingeleitet hat: Diskursveranstaltungen wie die Reihe Platform East, Begegnungen mit den Künstler*innen oder DJ-sets – natürlich alles digital.

Veranstaltungsort:
online
Datum:

24.06.2020 11:00

Veranstalter:


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.