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Programm

25.05.2016 19:00

Josef Čapek – Gedichte aus dem Konzentrationslager

Josef Čapek (1887-1945) ist über die tschechischen Landesgrenzen hinaus vor allem als Avantgardekünstler bekannt. Als Maler, Grafiker, Buchgestalter sowie politischer Karikaturist im Dienst der Demokratie machte er sich in der Vorkriegszeit einen Namen. Nach der deutschen Okkupation des Landes wurde er in ein Konzentrationslager deportiert, dort entstanden die Gedichte, die der Arco Verlag im vergangenen Jahr erstmals auch in deutscher Sprache veröffentlichte. Der Herausgeber und Übersetzer Urs Heftrich und die Schauspielerin Zdena Procházková lesen aus den Gedichten, Yang Tai begleitet sie auf dem Klavier.

Am 1. September 1939 wurde Josef Čapek, der es abgelehnt hatte, ins Exil zu gehen, von der Gestapo verhaftet. Sein fünfeinhalbjähriger Leidensweg führte über das Gefängnis Prag-Pankrác, die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald, das Gestapo-Gefängnis am Berliner Alexanderplatz und das Konzentrationslager Sachsenhausen bis nach Bergen-Belsen, wo er 1945, wenige Tage vor der Befreiung, vermutlich einer Typhusepidemie erlag.

Weniger bekannt ist im deutschen Sprachraum, dass Josef Čapek – wie sein Bruder Karel Čapek – auch ein produktiver Schriftsteller war. Im KZ Sachsenhausen verfasste er Gedichte, in denen sich Motive aus dem Lageralltag mit Trost- und Hoffnungsversen verbinden. Die Gedichte wurden im Konzentrationslager unter Lebensgefahr auf einer Schreibmaschine abgetippt und kursierten unter den Mitgefangenen. Kopien der Gedichte gelangten noch während des Krieges aus dem Lager und in die Hände von Čapeks Frau und in die des Dichters Vladimír Holan. Die Originalschriften wurden von einem Gefährten Čapeks bewahrt, der den Todesmarsch aus Sachsenhausen überlebte.

Urs Heftrich ist Lehrstuhlinhaber für Slavische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg. Er ist Übersetzer und Herausgeber zahlreicher Autoren, u. a. von Vladimír Holan und Isaak Babel. Gemeinsam mit Jiří Opelík (Prag) hat er 2015 die Gedichte von Josef Čapek ins Deutsche übersetzt und herausgegeben.

Zdena Procházková ist eine allseits geschätzte tschechische Schauspielerin, die auch am Wiener Burgtheater  tätig war. Ihre erste Hauptrolle beim Film bekam sie 1946; 1949 spielte sie in Alfréd Radoks „Die weite Reise“ mit mittlerweile umfasst ihre Filmografie mehr als 50 Titel.

Die Pianistin Yang Tai, geb. in Peking, begann im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen. Sie ist Preisträgerin vieler internationaler Wettbewerbe. 2012 beim „Münchner Klavierpodium der Jugend“ gewann sie insgesamt neun Auszeichnungen, darunter den Preis „Virtuosin 2012“, den „Prokofjew-Preis“ und den Publikumspreis. Yang Tai hat bereits zahlreiche Solorecitals in Deutschland, Russland, Ukraine, Japan, China und den USA gegeben und ist als Pianistin mit vielen Orchestern aufgetreten.

Veranstaltet vom Tschechischen Zentrum Berlin und der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin, gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und dem Památník Karla Čapka.

Eintritt frei, wir bitten um vorherige Anmeldung unter ccberlin@czech.cz

Veranstaltungsort:

Botschaft der Tschechischen Republik, Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin

Datum:

25.05.2016 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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