Česká centra, Czech Centres

Česká centra / Czech centres - logo

Programm

21.05.2015 18:30

Künstlergespräch mit Jiří Kovanda

Die Kunsthistorikerin Noemi Smolik spricht mit dem international renommiertesten zeitgenössischen Künstler der Tschechischen Republik.

Jiří Kovanda (*1953 in Prag), einer der international renommiertesten zeitgenössischen Künstler der Tschechischen Republik, wurde vor allem durch seine frühen Interventionen im öffentlichen Raum bekannt. Es handelte sich um gleichermaßen diskrete wie poetische Aktionen, während derer er beispielsweise mit ausgebreiteten Armen auf dem Prager Wenzelsplatz stand oder sich auf der Rolltreppe umdrehte, um hinter ihm Stehende mit dem Blick zu fixieren. In anderen Arbeiten arrangierte er einfache Materialien an ausgewählten Orten im Stadtraum. In den 1980er und 1990er Jahren arbeitete er vor allem mit Malerei, Collagen und Assemblagen, seit einigen Jahren realisiert er wieder zunehmend situationsbezogene Aktionen und Installationen. „Heute versteht man Kovandas Herangehensweise als Appell zur Selbstermächtigung angesichts der Realität – ein Appell, der obwohl er in den 1970er Jahren formuliert wurde, in einer Gesellschaft, die seither so viele radikale Realitätsbrüche erlebte, kaum an Aktualität verloren hat.“ (Noemi Smolik)

Kovandas subtile und humorvolle Arbeiten sind heute prägend für viele Künstler der jüngeren Generation, mit denen er auch oft gemeinsam ausstellt, wie etwa Eva Kotátková, Dominik Lang, Nina Beier und Marie Lund oder Zbyněk Baladrán. Er lehrt an der Akademie der Bildenden Künste in Prag und an der Fakultät für Kunst und Design der UJEP in Ústí nad Labem und war in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, u.a. MWW Wrocław (2013), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía Madrid (2012), 30th São Paulo Biennial, São Paulo (2012), Secession Wien (2010), CGAC, Santiago de Compostela (2008), documenta 12, Kassel (2007), Tate Modern, London.

Noemi Smolik ist in Prag geboren und aufgewachsen, sie studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Köln und New York und promovierte über die Entstehung der abstrakten Malerei am Beispiel des Malers Wassily Kandinsky. Sie war Professorin bzw. Gastprofessorin für Kunstgeschichte und Kunsttheorie an den Kunsthochschulen für bildende Kunst Hamburg, Dresden, an der Alanus Hochschule Bonn, zur Zeit unterrichtet sie Theorie und Kunstkritik an der Universität Köln. Sie hat zahlreiche Schriften zur russischen Kunst des 20. Jahrhunderts und zur Kunst der Gegenwart veröffentlicht. Ihre Beiträge erscheinen regelmäßig in der FAZ, in artforum/New York, aperture/New York, frieze/London, frieze d/e/Berlin, artblog-cologne und in Mlada Fronta Dnes/Prag. Sie lebt und arbeitet in Bonn und Prag.

Noch bis 23. Mai ist in der daadgalerie Jiří Kovandas Ausstellung MOOM zu sehen.

www.daadgalerie.de

Eintritt frei

Veranstaltungsort:

daadgalerie, Zimmerstraße 90, 10117 Berlin

Datum:

21.05.2015 18:30

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.