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Programm

20.04.2006 00:00 - 30.04.2006 00:00

Filmreihe Ghetto Theresienstadt

Im Rahmenprogramm zur Ausstellung Petr Ginz: Prager Tagebuch 1941-1942

 

Die Filmreihe ist ein gemeinsames Projekt von Zeughauskino, Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin, Národní filmový archív (Prag) und Tschechischem Zentrum.

 

Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum,

Unter den Linden 2, Eingang Spreeseite, 10117 Berlin, www.dhm.de
Eintritt: 5,- € (außer Freitag, 21.4., 19.00 Uhr)

 

Theresienstadt sieht aus wie ein Curort

A 1997, 51 min., Regie: Nadja Seelich

Josefa Stibitzová wurde im Juni 1942 aus ihrem böhmischen Heimatort Kolín in das Ghetto Theresienstadt  deportiert. Obwohl sie 1942 bereits 69 Jahre alt und krank war, hat sie – im Unterschied zu ihren Geschwistern – die Befreiung von Theresienstadt im Mai 1945 erlebt. Drei Jahre später, mit 75 Jahren, hat sie ihre Erinnerungen auf ein Tonband gesprochen – für sie selbst als ein Weg zur Verarbeitung und für andere als Dokument einer Überlebenden. Diese seltenen Tonaufnahmen bilden den einzigen Kommentar des Films, der Aufnahmen aus privaten und öffentlichen Archiven zeigt.

In dem NS-Propagandafilm Der Führer schenkt den Juden eine Stadt von 1944 ist Josefa Stibitzová zu sehen, wie sie vor einer Holzbaracke auf einer Gartenbank sitzt. Das erhalten gebliebene, siebzehn Minuten lange Fragment dieses Propagandafilms wird als Vorfilm gezeigt

Donnerstag, 20.4.2006, 21.00 Uhr

 

Theresienstadt / Der Führer schenkt den Juden eine Stadt

D 1944, Regie: Kurt Gerron, Karel Pecený, 28 min. (Videorekonstruktion)

Multimediavortrag von Karel Margry

„Zwischen 1944 und 1945 produzierten die Nazis einen Propagandafilm über Theresienstadt. Zweck dieses Films war es, ein falsches Bild von Theresienstadt zu geben und die Außenwelt darüber zu täuschen, was wirklich mit den europäischen Juden geschah.

Der Film wurde im August und September 1944 gedreht; seine Darsteller waren die jüdischen Häftlinge des Lagers selbst: Hunderte wurden als Statisten eingesetzt oder mussten eine spezielle Rolle übernehmen. Die SS-Lagerkommandantur machte den Berliner Kabarettisten, Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron, selbst Häftling in Theresienstadt, zum Leiter eines jüdischen Produktionsstabes. Ein Kamerateam der Prager Wochenschau-Gesellschaft „Aktualita“ kam nach Theresienstadt, um die Dreharbeiten im Lager durchzuführen. Der Film wurde in Prag geschnitten und im März 1945 fertig gestellt. Bei Kriegsende jedoch war der Film verschwunden, und obwohl seither einzelne Szenen und Fragmente wieder aufgetaucht sind, gibt es bis heute keine vollständige Kopie.“ (Karel Margry)

Freitag, 21.4.2006, 19.00 Uhr

Eintritt frei

 

Daleká cesta / Der weite Weg

ČSR 1949, 108 min., OmeU

Regie: Alfréd Radok, Drehbuch: Mojmír Drvota

Nur vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges drehte Alfréd Radok diesen Streifen, der vom Schicksal einer jüdischen Ärztin und ihres tschechischen Manns während der Nazi-Okkupation erzählt. Im Stil des Expressionismus verwandelt „Der weite Weg“ den Alptraum des Lagers in einen Danse macabre, dessen metaphorische Bilder aus dem Ghetto Theresienstadt auch nach vielen Jahren ihre suggestive Kraft nicht verloren haben. Da dem Film der damals in der ČSSR erwünschte „Klassenstandpunkt“ fehlte und er „nur“ humanistische Positionen vertrat, verbannten ihn wachsame Ideologen in den Giftschrank.

Sonntag, 23.4.2006, 19.00 Uhr

 

Kurt Gerrons Karussell

BRD/ NL/ CZ 1999, 70 min., Regie: Ilona Ziok

Als erster Interpret des Mackie-Messer-Songs, als Regisseur beliebter UFA-Komödien und als Schauspieler in über siebzig Filmen feierte der Berliner Kurt Gerron Erfolge. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Gerron für Deutschland, nach einem Medizinstudium wandte er sich der Schauspielerei zu, spielte unter Max Reinhardt und Erich Engel. Nach der Machtübernahme Hitlers emigrierte er nach Holland, wurde nach der deutschen Besetzung nach Theresienstadt deportiert. Dort gründete Gerron das Kabarett Karussell, versuchte so, sich ein Stück „Normalität“ vorzuspielen. Von den Nazis wurde er gezwungen, die Regie bei der Produktion des Propagandafilms Der Führer schenkt den Juden eine Stadt zu übernehmen. Gerron wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Mit Spielfilmsequenzen und Zeitzeugenberichten zeichnet die Regisseurin Ilona Ziok den Lebensweg dieses jüdischen Künstlers nach.

Sonntag, 23.4.2006, 21.00 Uhr

 

Transport z ráje / Transport aus dem Paradies

ČSSR 1962, 93 min., OmeU

Regie: Zbyněk Brynych, Drehbuch: Arnošt Lustig , Zbyněk Brynych

SS-General Josef Knecht kommt zu einer Inspektion in das Ghetto Theresienstadt. Ein Filmteam der deutschen Wochenschau dreht dort gerade Szenen aus der Stadt, die der Führer den Juden „geschenkt“ hat. Die geschminkten Gefangenen rezitieren auswendig gelernte Lobeshymnen auf ihr Leben dort. Alles scheint zu gelingen, bis ein Plakat mit der Aufschrift „Tod dem Faschismus“ auftaucht. Der General befiehlt, den nächsten Transport in das Vernichtungslager Birkenau zusammenzustellen. Der Vorsitzende der jüdischen Selbstverwaltung muss das Deportationsverzeichnis mit seiner Unterschrift beglaubigen, lehnt dies aber ab.

Donnerstag, 27.4.2006, 21.00 Uhr

Sonntag, 30.4.2006, 19.00 Uhr

 

Von der Hölle ins Paradies oder Chopin hat mich gerettet

D 2005, 73 min., Regie: Michael Teutsch

Die Pianistin Aliza Sommer-Herz ist einhundertzwei Jahre alt und lebt in London. Sie erlebte beide Weltkriege, die Inflation, den Holocaust, den Kommunismus, Emigration und den Aufbau Israels.

In den 1930er Jahren war Aliza Sommer eine gefeierte Pianistin. Bis die „Judengesetze“ der Nazis ihren Auftritten ein Ende setzten, gab sie zahlreiche Konzerte in den Großstädten Europas. Später half ihr die Musik, das Ghetto Theresienstadt zu überleben und den Verlust ihres Mannes, ihrer Mutter und fast ihrer ganzen Familie zu ertragen.

In Anwesenheit des Regisseurs Michael Teutsch.

Freitag, 28.4.2006, 19.00 Uhr

 

Poslední motýl / Der letzte Schmetterling

ČSFR, F, GB 1990, 109 min., Omdt.Ü

Regie: Karel Kachyňa, Drehbuch: Ota Hofman, Karel Kachyňa
Der Film entstand nach der Buchvorlage „Die Kinder von Theresienstadt“ des französischen Autors Michael Jacot. In Paris wird der Mime Antoine Moreau von der Gestapo verhaftet. Die Deutschen zwingen ihn, sich an einer grausamen Komödie im Ghetto Theresienstadt zu beteiligen: Der Mime soll eine Aufführung des Kindertheaters vorbereiten, um die Delegation des Internationalen Roten Kreuzes davon zu überzeugen, wie zufrieden die Internierten sind. Als Moreau die Wahrheit über das Ghetto und die regelmäßigen Transporte zu begreifen beginnt, fasst er einen Entschluss. Zusammen mit den Kindern und internierten Musikern inszeniert er das Märchen von Hänsel und Gretel als ein Gleichnis auf die wirklichen Zustände im Lager.

Sonntag, 30.4.2006, 21.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:

Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße
10117 Berlin
Deutschland

Datum:

Von: 20.04.2006 00:00
Bis: 30.04.2006 00:00

Veranstalter:

Zeughauskino, Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin, Národní filmový archív (Prag), Tschechisches Zentrum


Veranstaltungserinnerung
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