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Programm

26.11.2020 - 29.01.2021

Düsseldorf | 30 Jahre Freiheit. Die Samtene Revolution in Fotografien von Karel Cudlín

Verschoben ins 1. Quartal 2020!

Inzwischen sind sie dreißig Jahre alt, die schwarz-weißen Dokumentaraufnahmen, in denen Karel Cudlín die Samtene Revolution von 1989 festgehalten hat. Mit ihrer Eindringlichkeit, ihrem Blick für Details und die absurden Seiten des Lebens machen sie für die heutigen Betrachter eine Welt lebendig, die es so nicht mehr gibt. Karel Cudlín dokumentierte nicht nur die großen Demonstrationen vom November 1989 in Prag, bei denen aus jedem einzelnen Gesicht Hoffnung und Freude sprechen, er hielt auch Alltagsszenen ab Mitte der 1980er Jahre fest, war im Spätsommer 1989 direkt mit dabei, als sich DDR-Bürger in die westdeutsche Botschaft in Prag flüchteten und dort auf ihre Ausreise hofften. Er verfolgte 1991 in den Kasernen von Milovice, wie der Abzug der sowjetischen Soldaten vor sich ging, und er begleitete später als einer seiner offiziellen Fotografen Václav Havel in dessen Zeit als Staatspräsident. 

1987 hatte Karel Cudlín sein Fotografie-Studium an der Prager FAMU beendet und begonnen, für die Zeitschrift Mladý Svět zu arbeiten. Die in Berlin gezeigten Fotografien entstanden zwar zu dieser Zeit, Karel Cudlín nahm sie jedoch für den Privatgebrauch auf. Auf nicht genehmigten Demonstrationen zu fotografieren war zu der Zeit nicht ganz ungefährlich. Von den Demonstrierenden oder flüchtenden DDR-Bürgern konnte er leicht für einen Spitzel gehalten werden. Für die Staatsmacht wiederum wäre sein Material eine lohnende Quelle zur Identifizierung von „Staatsfeinden“ gewesen. Für den Fotografen galt deshalb der Grundsatz, lieber den Film zu vernichten, als ihn herauszugeben. Auch die Aufnahmen im streng abgeschirmten Militärgebiet Milovice waren keine einfachen Schnappschüsse. Es bedurfte schon einiger List und Hartnäckigkeit, um so nahe an die Soldaten heranzukommen, um die Zeichen einer untergehenden Weltordnung und die Unsicherheit in den Augen der Soldaten festzuhalten.

Bis heute ist der Autor dieser ikonographischen Bilder der Wendezeit einer der wichtigsten Dokumentarfotografen Tschechiens. Seine Werke waren in zahlreichen Einzel- und in Hunderten Gruppenausstellungen rund um die Welt zu sehen, sind in Sammlungen vertreten und in Publikationen abgebildet. Karel Cudlín hat für die Wochenzeitung  Respekt und viele andere Medien und Agenturen gearbeitet, das Atelier für Dokumentarfotografie an der FAMU geleitet, wurde mit dem Preis der Revolver Revue ausgezeichnet und gewann fast zwanzig Mal den Wettbewerb Czech Press Photo.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf

Do, 26.11.2020 – Fr, 29.1.2021, Mo/Mi 10–17 Uhr, Di/Do 10–19 Uhr, Fr 10–14 Uhr

Prag 1984, Foto: Karel Cudlín Prag 1984, Foto: Karel Cudlín
Prag 1988, 40. Jahrestag des kommunistischen Putsches, Foto: Karel Cudlín Prag 1988, 40. Jahrestag des kommunistischen Putsches, Foto: Karel Cudlín
Vor der deutschen Botschaft, Prag September 1989, Foto: Karel Cudlín Vor der deutschen Botschaft, Prag September 1989, Foto: Karel Cudlín
Vor der deutschen Botschaft, Prag September 1989, Foto: Karel Cudlín Vor der deutschen Botschaft, Prag September 1989, Foto: Karel Cudlín
Prag November 1989, Foto: Karel Cudlín Prag November 1989, Foto: Karel Cudlín
Prag 1989, Foto: Karel Cudlín Prag 1989, Foto: Karel Cudlín
Prag Dezember 1989, Studierendendemonstration 'Havel for President', Foto: Karel Cudlín Prag Dezember 1989, Studierendendemonstration 'Havel for President', Foto: Karel Cudlín
Sowjetische Soldaten verlassen die Tschechoslowakie 1991, Foto: Karel Cudlín Sowjetische Soldaten verlassen die Tschechoslowakie 1991, Foto: Karel Cudlín

Veranstaltungsort:

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Datum:

Von: 26.11.2020
Bis: 29.01.2021

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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