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Susanna Roth Wettbewerb für junge Nachwuchsübersetzer/innen

22.04.2016: Im März tagte die deutsche Jury des Susanna-Roth-Übersetzerwettbewerbs, der seit 2014 von den Tschechischen Zentren und der Literatursektion des tschechischen Instituts der Künste – Theaterinstitut (IDU) für junge Nachwuchsübersetzer/innen organisiert wird. In Deutschland wurde er zum zweiten Mal ausgerichtet, die Tschechischen Zentren in Berlin und München kooperierten diesmal mit dem Bohemicum Regensburg-Passau. Die Jury, bestehend aus der Übersetzerin Kristina Kallert, dem Übersetzer und Slavisten Urs Heftrich sowie dem Übersetzer und Bohemisten Marek Nekula, entschied, den Preis für die beste Übersetzung der Bohemistin Katharina Hinderer zuzuerkennen.

Kurz nach der Verkündung der Gewinnerin des Übersetzerwettbewerbs wurde in Tschechien von einer anderen Jury das Original des Buches von Anna Bolavá mit dem renommierten Preis Magnesia Litera ausgezeichnet. Dieser Text, sein besonderer, im Erzählen und Beschreiben wechselnder Rhythmus, seine scheinbar einfache und dennoch plastische Sprache und seine verhalten surreale Bildsprache stellten für die Teilnehmenden eine Herausforderung dar, der sie sich mit Elan und beachtlicher Energie näherten. Den Jurymitgliedern lagen in diesem Jahr fünf eingereichte Arbeiten in anonymisierter Form vor.

Bei ihrer Entscheidungsfindung bewerteten sie, inwieweit die Übersetzungen dem besonderen Rhythmus, der Sprache, der Bildhaftigkeit und der Geschlossenheit des Originals gerecht werden, ohne es stilistisch zu verfälschen. Von Bedeutung waren auch der Blick für die poetischen Verfahren und die Gesamtkomposition, das Zusammenspiel von Detail und Ganzem. Die Übersetzung von Katharina Hinderer verrät nach Meinung der Jury in Einzellösungen sowie im Ganzen ein beachtliches Übersetzertalent, das der Sprache und Bildhaftigkeit dieses besonderen Textes souverän gerecht wird. So findet die Übersetzerin einen passenden Rhythmus für die verhaltene Dramatik des Originals. Ihre Übertragung besticht durch eine kultivierte Sprache mit semantischer Tiefe und assoziativem Potential.

Die Veranstalter gratulieren Katharina Hinderer für die gelungene Übersetzung und bedanken sich bei allen Teilnehmenden für die Zeit und Sorgfalt, die sie in den umfangreichen und komplizierten Text investiert haben. Die von der Jury ausgezeichnete  Übersetzung soll im Herbst von den Tschechischen Zentren Berlin und München öffentlich vorgestellt werden.