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Fokus DDR – ČSSR

Alltag und Geheimpolizei in zwei kommunistischen Diktaturen, Veranstaltungsreihe ab März 2011

Die Veranstaltungsreihe Fokus DDR – ČSSR. Alltag und Geheimpolizei in zwei kommunistischen Diktaturen steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Tschechischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Rudolf Jindrák, und des Botschafters der Slowakischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland, Igor Slobodník.

Sie ist ein gemeinsames Projekt von:
Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
Slowakisches Institut
Tschechisches Zentrum

 

Prag durch das Objektiv der Geheimpolizei

Ausstellung

Die tschechoslowakische Staatssicherheit StB observierte bis 1989 als „feindlich“ eingestufte Personen: Bürgerrechtler, Unterzeichner der Charta 77 oder Kirchenvertreter. Auch Ausländer gerieten in das Visier der Geheimpolizei. In den manchmal leicht verwackelten, aus ungewöhnlichen Blickwinkeln aufgenommenen Fotos sind die Bespitzelten in ihrem Alltag zu sehen – auf der Straße, beim Einkaufen oder zusammen mit Freunden. Die Observierungsfotos sind nicht nur ein gespenstisches Zeugnis der Überwachung, sondern dokumentieren ganz ungeplant die Atmosphäre im Prag der 1970er und 1980er Jahre eingefangen haben.
Eine Ausstellung des Instituts für das Studium totalitärer Regime und des Archivs der Sicherheitsorgane, Prag

Weitere Informationen

Eröffnung: Donnerstag, 3.3., 19.00 Uhr

Freitag, 4.3. – Donnerstag 30.6., Mo–Sa, 10–18 Uhr
Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde, Zimmerstraße 90/91, 10117 Berlin
Eintritt frei

 

 „Bruderorgane”

Die Zusammenarbeit von DDR-Staatssicherheit und tschechoslowakischer Geheimpolizei
Vorträge und Diskussion

Ihre „unverbrüchliche Freundschaft“ stellten die Diktaturen des Ostblocks mit inszenierten Staatsbesuchen, bombastischen Militärparaden und gemeinsamen Manövern offensiv zur Schau. Auch die Staatssicherheitsdienste arbeiteten eng zusammen, um die Macht der jeweiligen Staatsparteien zu sichern. Das Beispiel von DDR und ČSSR zeigt, wie eine solche Kooperation konkret aussah. Wie reagierten die Staatssicherheitsdienste auf die Entspannungspolitik der 1970er Jahre? Wie wurde versucht, die Opposition in beiden Ländern zu unterdrücken?
Mit Dr. Douglas Selvage, BStU, Berlin, Dr. Tomáš Vilímek, Institut für Zeitgeschichte, Prag, und Dr. Jerguš Sivoš, Institut für Nationales Gedächtnis, Bratislava
anschließend Diskussion

Dienstag, 15.3., 19.00 Uhr
Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde, Zimmerstraße 90/91, 10117 Berlin
Eintritt frei

 

Schriftsteller in der Opposition

Jáchym Topol und Jan Faktor im Gespräch mit Doris Liebermann

Jáchym Topol (1962) und Jan Faktor (1951) ist nicht nur gemeinsam, dass sie heute anerkannte und mit vielen Preisen geehrte Autoren sind, Ähnlichkeiten gibt es auch in ihrer Vergangenheit. Beide engagierten sich in ihrer Jugend im literarischen Untergrund: Jáchym Topol in Prag, der ebenfalls in Prag geborene Jan Faktor nach seiner Übersiedlung in die DDR in Ostberlin. Im Gespräch mit der Journalistin Doris Liebermann erinnern sie sich zurück, etwa wie Jáchym Topol Bücher über die tschechoslowakisch-polnische Grenze schmuggelte oder wie Jan Faktor und seine Freunde im Ostberliner literarischen Untergrund erstaunlicherweise eine relative Freiheit genossen haben.

Mittwoch, 6.4., 19.00 Uhr
Tschechisches Zentrum, Friedrichstraße 206, Eingang Zimmerstraße, 10969 Berlin
Eintritt frei

 

In der Wahrheit leben

Tschechoslowakische und ostdeutsche Oppositionelle
Vortrag und Gespräch

In allen kommunistischen Staaten widersetzten sich Menschen den Zumutungen der Diktatur. Sie protestierten, leisteten Widerstand, versuchten „in der Wahrheit zu leben“ (Václav Havel). Jede Gesellschaft fand dabei ihre eigenen Formen von Opposition. Welche waren es in der DDR und der ČSSR? Wie beeinflussten sich die Oppositionsbewegungen gegenseitig, welche Kontakte bestanden zwischen den Bürgerrechtlern? Über diese und andere Themen diskutieren ehemalige Oppositionelle aus beiden Ländern. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, wie der gemeinsame Kampf für Freiheit und Demokratie in der heutigen Gesellschaft nachwirkt.
Einführung: Dr. Tomáš Vilímek, Institut für Zeitgeschichte, Prag
Zeitzeugengespräch: Gerd Poppe, ehem. Initiative für Frieden und Menschenrechte, Berlin, Ján Čarnogurský, ehem. Rechtsberater der Charta 77, Bratislava
anschließend Diskussion

Dienstag, 17.5., 19.00 Uhr
Bildungszentrum der Stasi-Unterlagen-Behörde, Zimmerstraße 90/91, 10117 Berlin
Eintritt frei

 

Filmabend

Junáci z prachu / Die Burschen aus dem Staub
SK 2010, 26 min., DVD, OmÜb, Regie: Tomáš Vitek
Der Kurzfilm erzählt von der Zwangsauflösung der Pfadfinder-Bewegung in der Slowakei.

Vymývanie mozgu / Brainwashing
SK 2009, 20 min., DVD, OmU, Regie: Milan Homolka
Der von dem Verein ReAnimare produzierte Film berichtet von der Verfolgung der Kirche in den 1950er Jahren.

Donnerstag, 23.6., 18.45 Uhr
Slowakisches Institut, Zimmerstraße 27, 10969 Berlin
Eintritt frei 

 

Ucho / The Ear
ČSSR 1970, 94 min., DVD, OmeU
Regie: Karel Kachyňa, Drehbuch: Jan Procházka, Karel Kachyňa
Mit: Radoslav Brzobohatý, Jiřina Bohdalová, Jiří Císler, Miloslav Holub, Milica Kolofíková u.a.

Die Geheimpolizei ist bis heute nur ausnahmsweise Thema in tschechischen oder slowakischen Spielfilmen. Ein frühes Beispiel für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema ist der Spielfilm Ucho / The Ear, dessen Drehbuch während des Prager Frühlings entstand. Der Film führt zurück in die 1950er Jahre, in eine Zeit der Verfolgung und politischen Prozesse: Ein hoher Regierungsbeamter wird von seinen Genossen abgehört, daran sind er und seine Frau schon gewöhnt. Nach einem Regierungsempfang geschehen jedoch Dinge, die sogar die beiden Eheleute in panische Angst versetzen.

Donnerstag, 23.6., 19.30 Uhr
Slowakisches Institut, Zimmerstraße 27, 10969 Berlin
Eintritt frei