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Wettbewerb für junge Übersetzer zum 100. Geburtstag von Bohumil Hrabal

1.4.2014: Die Tschechischen Zentren und die Literatursektion des Kunst-Instituts (Institut umění) in Prag veranstalten anlässlich des 100. Geburtstags des Prosa-Autors Bohumil Hrabal (1914 –1997) einen Übersetzerwettbewerb, der sich an beginnende Übersetzer bis zu einem Alter von 35 Jahren wendet.

Die drei Juroren, die über die in Deutschland eingereichten Beiträge entschieden, die Übersetzerin Kristina Kallert und die Übersetzer Mirko Kraetsch und Andreas Tretner, kamen am 27.3. im Tschechischen Zentrum Berlin zusammen, um nach einem Monat gründlicher Vorarbeit ihre gemeinsame Entscheidung zu treffen.

Bestätigt für die Jury hat sich dabei, dass  auch ein  inzwischen 50 Jahre alter Text für Nachwuchsübersetzer eine geeignete Wahl sein kann, wenn er so viele stilistische Register zieht und Stimmen klingen lässt, wie Hrabal es tut. Gerade dieser Herausforderung haben sich die Teilnehmenden – wie sich zeigte – mit offensichtlicher Freude und großer Energie gestellt. 

So ließ sich die Jury bei ihrer Entscheidungsfindung auch davon leiten, inwieweit eine Übersetzung der schwierigen Figurensprache in den für Hrabal so typischen, sich kunstvoll steigernden „kleinen Arien“ gerecht zu werden vermochte, ohne den Text dabei stilistisch zu verfälschen. Wichtig waren aber auch der Blick für die Gesamtkomposition, für das Zusammenspiel von Detail und Ganzem, für das, was untergründig „mitschwingt“ sowie für die atmosphärische Entwicklung. Von den eingereichten Arbeiten, die den Jurymitgliedern in anonymisierter Form vorlagen, bestimmten sie nach langer Diskussion den Text von Daniela Pusch aus Düsseldorf zur besten Übersetzung.

Die Arbeit von Daniela Pusch besticht durch Stimmigkeit des Tons, Sensibilität für die Facetten der Figurensprache, eine beachtliche Souveränität der rhythmisch-syntaktischen Bögen und den Sinn für Pointen.

Insgesamt war die Jury angenehm überrascht von der durchweg spürbaren Begeisterung für das Spielerische der Sprache. Auch wenn keine der zwölf eingereichten Übersetzungen druckreif ist, finden sich allgemein viele gute und auch ausgesprochen inspirierte Lösungen für die harten Nüsse der in mehrfacher Hinsicht sehr anspruchsvollen Vorlage.

Die Jury und das Tschechische Zentrum Berlin gratulieren der Gewinnerin und bedanken sich bei allen Teilnehmenden für ihre engagierte Übersetzungsarbeit.

Die Gewinner aus den beteiligten Ländern werden mit einem Kurzaufenthalt vom 14.5. bis 17.5.2014 in Prag ausgezeichnet, sie nehmen dort an Veranstaltungen zum Hrabal-Jubiläum, treffen sich mit Hrabal-Spezialisten und Kennern seines Werkes, nehmen an einem Übersetzer-Workshop, an der Nacht der Literatur sowie an der  internationalen Buchmesse Svět knihy teil.

An dem Projekt beteiligen sich folgende Tschechische Zentren im Ausland: Berlin/München/Düsseldorf, Den Haag, Kiew (Übersetzer aus der Ukraine und aus Weißrussland), London, Madrid, Mailand, Moskau, Sofia, Tokio, Warschau und Wien.

Veranstalter:

Die Tschechischen Zentren und das Kunst-Institut (Institut umění)

Partner:

Bulgarisches Kulturinstitut

CzechTourism

Instituto Cervantes

Italienisches Kulturinstitut

Mladá fronta

Portál české literatury

Pražská informační služba

Österreichisches Kulturforum

Russisches Zentrum für Wissenschaft und Kultur

Botschaft der Tschechischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland